Ethik:

Die institutionalisierte Tierquälerei in den Tierfabriken übertrift jede dagewesene Grausamkeit. Noch nie waren Ethik und Moral so wichtig wie heutzutage. Es darf nicht normal sein, andere Lebewesen und somit unseren Planeten respektlos zu behandeln.
Dazu haben wir einen Yogameister aus Indien interviewt, da die aus seiner Philosophie stammende jahrtausende alte Ethik für sich spricht.

Interview mit:
Vishwaguru Mahamandaleshwar Paramhans Swami Maheshwarananda, von seinen Schülern kurz Swamiji genannt.
Gründer von "Yoga im täglichen Leben".

www.yogaimtaeglichenleben.at/

Lieber Swamiji, bitte stell Dich und deine Arbeit vor.

Swamiji: Ich bin ein Sannyasin, ein Hindumönch, lebe seit fast 40 Jahren in Wien,  unterrichte "Yoga im täglichen Leben", arbeite  für  den Weltfrieden, ein ökologisches Bewusstsein, Liebe  für alle Lebewesen, Toleranz gegenüber allen Religionen, Respekt für alle Kulturen und die Verständigung zwischen allen Ländern und Individuen.
Es freut mich, dass ihr heute da seid, dass wir besonders in der Weihnachtszeit über die Mitbewohner unseres Planeten, unsere lieben Tiere, das "Nicht-Töten" und die Vermeidung von Gewalt gegenüber den mit uns lebenden Tieren sprechen.

Du lehrst, dass es ethisch wichtig ist, sich vegetarisch zu ernähren. Warum?

Swamiji: Es gibt viele Gründe.  Vor allem der Mensch wurde von Gott erschaffen, Beschützer zu sein, gnädig zu sein und Liebe gegenüber allen Lebewesen zu zeigen. Auch wegen der Prinzipien der Gesundheit und aus ökologischen Gründen ist es sehr  wichtig, vegetarisch zu leben. Ahimsa – du sollst nicht töten – ist wichtig für die spirituelle Entwicklung des Menschen, damit unser Geist sich mit dem heiligen Geist verbinden kann und wir im Herzen Gottes Liebe verwirklichen können.
Ein Mensch ist ganz anders als alle anderen Lebewesen, denn die Menschen haben die Aufgabe, Liebe zu schenken und nicht Tiere zu töten.

Könntest du bitte die Essenz des Sanskritwortes Ahimsa erklären?

Swamiji: Himsa bedeutet Töten. Ahimsa heißt: Du sollst nicht töten, keine Schmerzen verursachen – nicht physisch, geistig, seelisch und auch nicht im sozialen Bereich.
In jeder Hinsicht soll man andere Lebewesen nicht verletzen. Das ist Ahimsa. Wenn jemand ein Lebewesen, einen Menschen verletzt, dann ist das eine Sünde. Wir sagen dazu: schlechtes Karma.

Als ein Argument gegen die vegetarische Ernährung wir oft zitiert, dass das stärkere Tier das schwächere jagt und frisst. Warum ist diese quasi Gesetzmäßigkeit beim Menschen nicht mehr gültig?

Swamiji: Ein starkes Tier jagt das schwächere, das ist richtig. Tiere jagen Tiere. Doch der Mensch ist kein Tier, er sollte drüber stehen. Daher ist das ein falsches Argument.

Sind Fleischesser aggressivere Menschen als Vegetarier?

Swamiji: Das ist etwas anderes. Es muss nicht sein, dass das so ist. Es gibt Fleisch essende Menschen, die aber auch sehr liebevoll und gütig sind.
Aggression ist ein anderes Thema. Sie liegt in der Natur der Person. Ein Mensch kann sie kontrollieren durch seine Gedanken und die Liebe. Es kann sein, dass Menschen rein vegetarisch leben und doch aggressiv sind. Es ist ein falsches Argument, dass Fleischesser aggressiver sind. So würde ich das nicht sagen.

Über Jahrtausende hat sich die indische Bevölkerung vegetarisch ernährt. Wieso behaupten viele Ärzte, dass Fleisch ein wichtiger Bestandteil unserer Nahrung sein muss?

Swamiji: Dieser Meinung bin ich nicht. Es tut mir leid, dass ausgerechnet Ärzte so etwas behaupten. Sie sollten zuerst wissenschaftliche Untersuchungen durchführen und selber Vegetarier werden. Dann werden sie wissen, dass vegetarisches Essen gesund ist. Millionen Menschen sind Vegetarier und sehr gesund. Viele Topsportler sind Vegetarier und haben auch einen gesunden Geist. Vegetarier haben bis an ihr Lebensende ein gutes Gedächtnis, fühlen sich gut in ihrem Körper und sind ganz gesund.
Ich bin überrascht, dass ein Arzt so etwas sagen kann. Das bedeutet, dass ihm leider noch das richtige Wissen fehlt.

In unseren Ländern sind Schlachthöfe hermetisch abgeriegelt und man sieht, hört und riecht nicht, was dort passiert. Die meisten Menschen sind der Ansicht, dass sie nicht für das Tierleid verantwortlich sind, weil sie ja nicht selber töten. Wie ist Deine Meinung dazu?

Swamiji: Es ist nicht unbedingt entscheidend, dass ich etwas sehe oder nicht sehe. Gott sieht alles, und das ist wichtig! Du sollst nicht die Ursache für das Tierleid sein. Du sollst nicht der Grund dafür sein und es auch nicht unterstützen, dass ein Mensch oder ein Tier gequält oder getötet wird – getötet in einem geschlossenen Raum, sodass es niemand hört. Dies ist die größte Sünde, die man begehen kann.

Gibt es ethisch einen Unterschied zwischen dem Mord an einem Menschen und an einem Tier?

Swamiji: Tod ist Tod. Mord ist Mord. Da gibt es keinen Unterschied. Wir Menschen treten für die Menschen ein, die armen Tiere aber haben keine Macht, für sich selber einzutreten. Daher sollen wir unser Herz öffnen und ihnen unsere Gnade schenken. Wir sollen die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum leben lassen und sie nicht auf unnatürliche Weise züchten.

Möchtest du noch einige abschließende Worte sagen?

Swamiji: Natürlich gibt es zwei Meinungen:
Es gibt viele Menschen, die gerne Fleisch essen und diese Gewohnheit nicht aufgeben können. Sie haben nicht die entsprechende Erziehung gehabt und wissen daher nicht, dass man Tiere nicht töten darf. Sie sind deswegen keine schlechten Menschen.
Aber ich würde mich sehr freuen, wenn euch meine Worte weiter helfen oder Verständnis erwecken. Ich möchte mich dafür aussprechen, doch bitte die lieben Lebewesen, die Tiere, leben zu lassen.
Tolstoj  sagte: „Solange es Schlachthöfe gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.“
Und das ist richtig.
Wir sind selbst verantwortlich für unser eigenes Selbst – nicht nur für diesen Augenblick, sondern auch für unser zukünftiges Leben.

Ich wünsche euch alles Gute, Gottes Segen und viel Liebe im Herzen für die Menschen und alle anderen Lebewesen, für unsere Natur und für unseren ganzen Planeten, dass wir alle gemeinsam in Harmonie, Verständnis und Liebe leben können.
Gott segne euch, ein schönes Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr.

Wer mehr über Swamijis weltweite Arbeit wissen möchte ist herzlich dazu eingeladen folgendes Video anzusehen:

 

Zitate berühmter Persönlichkeiten die Vegetarier sind/waren:

Leo Tolstoi (russischer Humanist und Dichter 1828-1910): "Solagne es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben!"

Mahatma Gandhi (indischer Politiker und Vertreter des gewaltlosen Widerstandes, 1869-1948): "Ich glaube, dass geistiger Fortschritt an einem gewissen Punkt von uns verlangt, daß wir aufhören, unsere Mitlebewesen zur Befriedigung unserer körperlichen Verlangen zu töten."
"Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt."

Noah- Genesis der Bibel: "Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken."

Theodor W. Adorn (deutscher Philosoph, Soziologe und Komponist 1903-1969): "Ausschwitz fängt da an wo einer denkt, es sind ja nur Tiere."

Christian Morgenstern (1871-1914, deutscher Dichter): "Wenn der moderne Mensch die Tiere, deren er sich als Nahrung bedient, selbst töten müßte, würde die Anzahl der Pflanzenesser ins Ungemessene steigen."

Albert Schweitzer ( 1875-1965, elsässischer Theologe, Musiker und Missionsarzt; Friedensnobelpreisträger 1952):
"Meine Ansicht ist, dass wir, die für die Schonung der Tiere eintreten, ganz dem Fleischgenuß entsagen und auch gegen ihn reden. So mache ich es selber."
"Das Wenige, das Du tun kannst ist viel - wenn Du nur Schmerz und Angst und Weh von einem Wesen nimmst."
"Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit."

Albert Einstein (deutsch-amerikanischer Physiker, 1879-1955; Nobelpreisträger 1921): "Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung."
"Rein durch ihre physische Wirkung auf das menschliche Temperament würde die vegetarische Lebensweise das Schicksal der Menschheit äußerst positiv beeinflussen können."

Arthur Schopenhauer (deutscher Philosph und Autor, 1788-1860): "Das Mitleid ist die Grundlage der Moral."

Indianer Sprichwort: "Gott kommt in allem vor: Im Stein schläft er, in der Pflanze träumt er, im Tier erwacht er und im Menschen ist er erwacht."

Kafka, Franz (Schriftsteller 1883-1924): "Nun kann ich euch in Frieden betrachten; ich esse euch nicht mehr." (Beim Betrachten von Fischen in einem Aquarium)

McCartney, Paul (+ Linda) (Sänger, ehem. Beatles Gitarrist *1942: )
  • "Wir sind Fast-Vegetarier geworden, als wir einmal auf einem schottischen Bauernhof unseren Sonntagsbraten aßen und dabei fröhlich spielenden Lämmern zusahen. Auf einmal wurde uns bewusst, dass wir gerade eines dieser Lämmer verspeisten. Danach assen wir nur noch ab und zu Wurst. Später, in einem Urlaub auf Barbados, fuhren wir einem Laster mit prächtigen Hühnern hinterher. Plötzlich verschwand er in einer Hühnerverarbeitungsfabrik. Seitdem essen wir nichts mehr, was man vorher töten muss."
  • "Man darf nicht essen, was ein Gesicht hat."
  • "Wenn die Mauern der Schlachthöfe aus Glas wären, würde jeder Vegetarier werden."
  • "Ich glaube an den friedlichen Protest, und keine Tiere zu essen ist ein gewaltfreier Protest.
Pythagoras: (griech. Philosoph und Mathematiker -582 bis-496)
  • "Alles, was der Mensch den Tieren antut, kommt auf den Menschen wieder zurück."
  • "Wer mit dem Messer die Kehle eines Rindes durchtrennt und beim Brüllen der Angst taub bleibt, wer kaltblütig das schreiende Böcklein abzuschlachten vermag und den Vogel verspeist, dem er selber das Futter gereicht hat - wie weit ist ein solcher noch vom Verbrechen entfernt?

Plutarch (römischer Philosoph 45 -120 n.Chr.):
«Könnt ihr wirklich die Frage stellen, aus welchem Grunde sich Pythagoras des Fleischessens enthielt? Ich für meinen Teil frage mich, unter welchen Umständen und in welchem Geisteszustand es ein Mensch das erste Mal über sich brachte, mit seinem Mund Blut zu berühren, seine Lippen zum Fleisch eines Kadavers zu führen und seinen Tisch mit toten, verwesenden Körpern zu zieren, und es sich dann erlaubt hat, die Teile, die kurz zuvor noch gebrüllt und geschrien, sich bewegt und gelebt haben, Nahrung zu nennen. ... Um des Fleisches willen rauben wir ihnen die Sonne, das Licht und die Lebensdauer, die ihnen von Geburt an zustehen.»

Aristoteles: (griech. Philosoph, Schüler des Plato-384--322) "Wie der Mensch in seiner Vollendung das edelste aller Geschöpfe ist, so ist er, losgerissen von Gesetz und Recht, das schlimmste von allen."

Bertha von Suttner (Pazifistin und Schriftstellerin, 1843-1914):
„Wer die Opfer nicht schreien hören, nicht zucken sehen kann,
dem es aber, sobald er außer Seh - und Hörweite ist, gleichgültig ist, dass es schreit und dass es zuckt, der hat wohl Nerven,
aber - Herz - hat er nicht.“

Johann Wolfgang von Goethe: (deutscher Dichter 1749-1832) "Die religiöse Ehrfurcht vor dem, was unter uns ist, umfasst natürlich auch die Tierwelt und legt den Menschen die Pflicht auf, die unter ihm entstehenden Geschöpfe zu ehren und zu schonen."

Leonardo da Vinci (1452-1519, italienisches Universalgenie): "Wahrlich ist der Mensch der König aller Tiere, denn seine Grausamkeit übertrifft die ihrige. Wir leben vom Tode anderer. Wir sind wandelnde Grabstätten!"
"Ich habe schon in jüngsten Jahren dem Essen von Fleisch abgeschworen, und die Zeit wird kommen, da die Menschen, wie ich, die Tiermörder mit gleichen Augen betrachten werden wie jetzt die Menschenmörder."

Friedrich Nietzsche (1844-1900, deutscher Philosoph): "Alle antike Philosophie war auf Simplizität des Lebens gerichtet und lehrte eine gewisse Bedürfnislosigkeit. In diesem Betracht haben die wenigen philosophischen Vegetarier mehr für die Menschen geleistet als alle neuen Philosophen, und solange die Philosophen nicht den Mut gewinnen, eine ganz veränderte Lebensweise zu suchen und durch ihr Beispiel aufzuzeigen, ist es nichts mit ihnen."
"Die Vernunft beginnt bereits in der Küche."