
Hier ein paar genauere Informationen zu einigen direkten Konsequenzen des Fleischkonsums:
Der Klimawandel:
Man stellt sich vielleicht die Frage, warum der Klimawandel mit unserem Schnitzel etwas zu tun haben soll.
Nun, durch die Viehwirtschaft werden außer dem uns bekannten
schädlichen CO2 auch erheblich schädlichere Gase produziert, wie Methan (23 mal schädlicher) oder Stickstoffverbindungen wie Ammoniak und Lachgas (296 mal schädlicher).
Laut den neuesten Berechnungen des World-Watch-Institutes verursacht die Massentierhaltung 51% der Treibhausgase (32.564 Millionen Tonnen CO2-eq)!
Immer mehr Menschen werden sich der Konsequenzen langsam bewusst, aber
kaum jemand bedenkt, dass es weniger mit seinem Auto, sondern mit seiner
gewohnten Ernährung zu tun hat.
Dazu ein Zitat von Rajenda Pachauri
(Uno-Weltklimarat): „Umfragen zeigen, dass die Menschen
besorgt sind und deshalb weniger Auto fahren. Aber sie realisieren
möglicherweise nicht, dass eine Veränderung dessen, was sie auf ihren
Teller tun, einen viel größeren Effekt haben könnte!“
Für die Aufzucht der weltweit rund 60 Milliarden Nutztiere in Massentierhaltung wird etwa ein Drittel der gesamten Rohmaterialien und des fossilen Brenstoffes verbraucht. So benötigt die Produktion eines Hamburgers genauso viel fossilen Brennstoff, wie ein Kleinwagen für die Fahrt von 32 Kilometern.
Die Massentierhaltung ist der Hauptverursacher des Klimawandels, weit vor dem gesamten Verkehr!
Wasserknappheit und Verschmutzung:
Weiters verursachen diese Gase sauren Regen und Nitrat im Grundwasser.
Zuchtvieh produziert Unmengen an Jauche, die auf zu kleine Flächen gesprüht wird. (Die größte Schweinemastfabrik in den USA erzeugt mehr Mist als die Stadt Los Angeles!) Felder werden als Müllschlucker für Gülle missbraucht, weshalb weiteres giftiges Nitrat ins Grundwasser gelangt. Unser Trinkwasser wird dem Grundwasser entnommen! Trinken wir Nitrat-belastetes Wasser, wandelt es unser Körper dann zu Nitrit und Nitrosaminen um. Diese giftigen Stoffe sind in hohem Maße krebserregend.
Der zu hohe Nitratgehalt in Oberflächengewässern fördert eine ungewöhnlich starke Algenbildung. Algen in tieferen Schichten sterben ab. Durch diesen Zersetzungsprozess werden riesige Mengen Sauerstoff verbraucht, was in weiterer Folge zur Fäulnis und Bildung toxischer Stoffe, wie z.B. Ammoniak, Schwefelwasserstoff und Methan führt. Dadurch sterben viele Tierarten aus. Es kommt zu einem verstärkten Fischsterben. Über 50% der Wasserverschmutzung in Europa ist auf die Massentierhaltung zurückzuführen. In Amerika ist der Anteil der Landwirtschaft an der Wasserverschmutzung größer als der aller Städte und Industrien zusammen.
Biodiversität:
"Die armen Rinder, Hühner, Schweine etc… wären doch schon lange ausgestorben, wenn die Menschen sie nicht züchten würden?"
Leider geht die intensive Landwirtschaft Hand in Hand mit einem Verlust an Biodiversität, was bedeutet, dass jedes Jahr zig Tier- und Pflanzenarten aussterben. Es sind Tierarten, die mit der veränderten Landschaft ihren natürlichen Lebensraum verlieren. Außerdem sind bereits zahlreiche Nutztierarten ausgestorben oder akut vom Aussterben berdoht. Für immer verloren sind das Deutsche Weideschwein, die Rhönziege, das Bayrische Halbrote Landschwein, das Kehlheimer Rind, das Wittgensteiner Bleßvieh etc. Wieso? Wenn Nutztiere nicht mehr genug Leistung erbringen oder den engen, stressigen, unhygenischen und brutalen Bedingungen der Massentierhaltung nicht mehr Stand halten, werden sie nicht mehr gezüchtet. Der Einsatz der Gentechnik verstärkt diese Entwicklung noch.
Auch für das Waldsterben ist die Massentierhaltung der Hauptverursacher. Genauer gesagt die ansteigende Menge an tierischen Exkrementen, die über Felder geschüttet oder gespritzt wird. Dies erzeugt den gefährlichen Stickstoff in Form von Ammoniak, der auch stark zur Gefährdung der menschlichen Gesundheit beiträgt. Aus Ammoniak entsteht in der Atmosphäre Feinstaub (PM 10).
Welche Ressourcen braucht Zuchtvieh?
Die Wälder dieses Planeten werden täglich gerodet, um noch mehr
Raum für Zuchtvieh zu schaffen. Unter anderem ist das heute die
Hauptursache für die Waldrodung im Amazonas! Für die Fleischproduktion
von nur einem Kilo Rindfleisch sind 7-16 kg Getreide oder Soja, bis zu
15.500 Liter Wasser und 323m² Weideland notwendig. Weltweit werden für
die Zuchttiere 30% der gesamten Landoberfläche beansprucht.

Jeder einzelne, der im Geschäft Fleisch kauft oder es im Restaurant bestellt, ist mitverantwortlich für all diese Probleme, da diese erst durch die Nachfrage nach Fleisch entstanden sind.
Welthunger:
Es wird allerdings nicht nur Leid in der Tierwelt verursacht sondern auch in der der Menschen. Während 1/5 der Weltbevölkerung ca. 75% der Nahrungsmittel für sich beansprucht, stirbt alle 5 Sekunden ein Kind an Hunger. Was hat nun der Hunger der 3. Welt wiederum mit dem „leckeren Hühnchen“ auf unserem Teller zu tun? Für die Produktion von Fleisch wird wertvolles Getreide und Soja das die Menschen direkt ernähren könnte an Tiere verfüttert. In Europa sind es „nur“ ca. 60% des gesamten Getreides in Amerika bereits über 90%, welches an Schlachttiere (Rinder, Schweine, Schafe, Hühner usw.) verfüttert wird. Um es in einfachen Worten auszudrücken: An die Schlachttiere Amerikas wird jährlich mehr Getreide verfüttert, als die Bevölkerung von Indien und China zusammengenommen zur Ernährung braucht. Von der Getreidemenge, die man an 100 Kühe verfüttert, könnte man 2000 Menschen ernähren.
So kam es 1984 zur Hungersnot in Äthiopien. Nicht weil die äthiopische Landwirtschaft keine Lebensmittel produzierte - ganz im Gegenteil: Während die Krise zehntausenden Menschen das Leben kostete, importierten europäische Staaten aus dem verarmten Land Getreide, um damit Hühner, Schweine und Kühe in Europa zu füttern.Ursache all dieser schwerwiegenden Probleme auf unserer Erde ist die Profitgier des Menschen. Es sollte uns bewusst sein, dass wir Konsumenten – jeder einzelne von uns – mit unserem Kaufverhalten einen mächtigen Einfluss auf diese äußerst prekäre Situation ausüben, im Positiven als auch im Negativen. Wir dürfen nicht mehr die Augen davor verschließen, dass unser Planet und so viele wertvolle und einzigartige Lebewesen zugrunde gerichtet werden. Und das alles wegen einer Sache: „Ich will Fleisch essen!“
Fazit:
Je weniger tierische Produkte wir verbrauchen (konsumieren), desto mehr schützen wir das Klima unseres Planeten, unser Wasser, die Tiere, die Pflanzen und somit auch uns Menschen.
Quellen:
http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/daten/PRTR/REP-0164_Kapitel_9.pdf
http://foodwatch.de/kampagnen__themen/dioxine_und_pcb/index_ger.html
www.tierschutzinfo.de/oekoWLB.doc
http://www.fao.org/http://news.bbc.co.uk/2/hi/science/nature/
http://www.ruhr-uni-bochum.de/msz/chemie/chemie
http://www.vegan.at/
http://www.vegetarismus.ch/





